Das Verbot bröckelt

Smartmob "THIS is crazy - Call against the wall", Mai 2012 | Foto: tss-svMedienverbot: Schulkonferenz stimmt Testphase zu

In der Vorbereitungsphase zur 2. Schulkonferenz, die Mitte Mai stattfand, haben wir erneut Kompromisslösungen bzgl. der Mediennutzung (§ 3.2 Hausordnung) angestrebt und Eltern- und Lehrerschaft gebeten, Stellung dazu zu beziehen. Die Schulkonferenz gab letztendlich freie Bahn für eine Testphase, auf dessen Inhalte sich ein Schüler-Lehrer-Eltern-Ausschuss einigen musste. Und: Es klappte! Wir konnten, nachdem das Verbot auf unseren Druck hin 2011 bereits leicht gelockert wurde, folgende Regelung aushandeln, die ab dem 1. Schultag des neuen Schuljahres testweise gilt:

Pausenhalle und Mensa werden zur Medienzone

Die Nutzung elektronischer Medien jeglicher Art ist in der Mensa und Pausenhalle gestattet. Dabei wird besonders auf die gegenseitige Rücksichtnahme und die Freigabe von Plätzen für Essende vertraut. Das Anfertigen von Bild- und Tonaufnahmen bleibt auch in diesen Bereichen verboten.

Bestehende Medienzonen erhalten ein Upgrade

Der Glaskasten sowie die bisherigen „Handyzonen“ zum Telefonieren (Haupteingangsschleuse, Pausenhof vor dem Verwaltungstrakt) werden an Pausenhalle und Mensa angeglichen. Ab sofort können auch hier alle Funktionen genutzt werden – weiterhin mit Ausnahme der Bild- und Tonaufnahmen.

Wie es weiter geht

Der Ausschuss setzt insgesamt auf den guten Willen aller Beteiligten. Es mache keinen Sinn sich zu sehr in heutige Freizeitgewohnheiten der Schülerinnen und Schüler einzuschalten und damit gleichzeitig effiziente Formen der Mediennutzung pauschal zu verwehren, so die Mehrheitsmeinung des Ausschusses.
Natürlich wird seitens der Lehrer- und Elternschaft genau beobachtet, ob die Änderungen deutliche negative Auswirkungen zeigen. Vermehrte Fälle von Cyber-Mobbing in den Zonen beispielsweise wären ein möglicher Grund, die Testphase als negativ zu bewerten. Wir sind uns aber relativ sicher, dass derartige Folgen nicht eintreten werden. Nicht zuletzt handelt es sich bei den ausgewählten Bereichen auch um öffentliche und viel passierte Bereiche, in denen eine gegenseitige Kontrolle stattfindet.
Die erhandelte Änderung ist ein Schritt in die Gegenwart und zudem ein Entgegenkommen von Lehrern und Eltern. Wir fordern alle Schülerinnen und Schüler dazu auf, diese Chance anzunehmen und das erhaltene Vertrauen nicht zu missbrauchen!
Wenn alles glatt läuft, wird die Testphase dann auf einer Schulkonferenz im 1. Halbjahr des nächsten Schuljahres erfolgreich abgeschlossen und die geänderten Regeln per Beschluss fester Bestandteil der Hausordnung.

Einsatz, der sich lohnt

Wir haben für diese Lockerung lange gekämpft. Auch wenn es oft für alle Beteiligten anstrengend war und allzu oft festgefahren schien: Dank unseres großen Einsatzes, der Ausdauer, dem Zusammenhalt der Schülerschaft und dem ständigen Dialog zwischen allen Parteien sind wir einen Schritt näher an unser Ziel gerückt. Und mal wieder wird deutlich: Schüler vertreten lohnt sich!

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